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5 Tipps zum kreativen Schreiben

Hast du Lust, im Schreibgarten etwas anzupflanzen? Doch dir fehlen noch Ideen, wie du anfangen kannst? Hier einige Tipps von mir, damit es dir leichter fällt.

 

Schreitipp 1: Spüre deine Idee des Wortes

 

Beim Schreibgarten gibt es stets ein Ausgangswort, mit dem du arbeitest.

  • Sobald du dieses Wort wahrnimmst: Welche Assoziationen kommen dir spontan? Beispiel: Schlucht. Assoziationen wären beispielsweise: dunkel, kalt, eng.
  • Nun kannst du noch in dich hineinspüren, wie sich das anfühlt.
  • Im nächsten Schritt überlege dir, was du damit tun willst: um jeden Preis die Schlucht verlassen? Oder dich dem Gefühl und der Enge hingeben?

Je tiefer du dich mit der Situation verbindest, desto besser. Nun beginne zu schreiben: entweder völlig frei und ohne Form oder als Kurzgeschichte, Brief, Fragenkatalog, Gedicht oder Haiku.

 

Schreibtipp 2: Erstelle dir eine Landkarte

 

Falls dir das Hineinspüren aus Tipp 1 schwerfällt, versuche es mit der Landkarte oder MindMap:

  • Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe das Wort Schlucht in die Mitte.
  • Was fällt dir dazu spontan ein? Schreibe alle Wörter auf und verbinde sie mit der Mitte. Folge deiner Eingebung und setze das Spiel auf den Unterebenen fort. Wenn du zum Beispiel eng mit der Mitte verbunden hast, kannst du von hier aus noch mit Hose, Zeit, Bremsweg weitermachen.
  • So entsteht ein verzweigtes Bild deiner Verknüpfungen mit dem Ausgangswort. Wenn du willst, kannst du auch hier deine Sinne ins Spiel bringen: Wie fühlt sich die Schlucht an? Welche Farbe hat sie? Gibt es einen typischen Geruch dafür? Oder schmeckt die Schlucht nach irgendetwas?
  • Nimm dir jetzt einen bunten Stift und markiere dir die Assoziationen, die dir am besten gefallen. Beschränke dich dabei auf 5 oder maximal 10 Begriffe.

Mit diesen kannst du nun dein Werk verfassen.

 

Schreibtipp 3: Beantworte eine Frage

 

Was würdest du tun, wenn du in einer Schlucht stündest?

Was würdest du tun, wenn du federleicht wärst?

 

Wenn du das Schreibgarten-Wort (hier als Beispiele Schlucht und federleicht) in diese Fragestellung einbettest, fällt dir das Schreiben sicherlich leichter. Du beantwortest einfach diese Frage.

 

Tipp: Wenn du magst, verändere die Fragestellung um in „Was wäre wenn …?“ oder „Wer wäre ich, wenn …?“ oder „Wie würde ich mich fühlen als …?“.

 

Schreitipp 4: Lass dich führen

 

Du hast keine Lust, Schritt-für-Schritt-Anweisungen zu folgen? Wenn dich das eher blockiert als beflügelt, dann gib dich ganz deinem inneren Reichtum hin:

  • Öffne dir eine Datei auf dem Computer und speichere sie ab. Oder du legst dir Blätter und einen Stift zurecht. Notiere das Wort, um das es geht, oben auf deiner ersten Seite.
  • Schau dir das Schreibgarten-Wort genau an. Atme es ein, ohne zu denken oder im Kopf zu schreiben. Versuche dich zu entspannen, werde ruhig und habe nur dieses Wort in dir. Das machst du etwa zwei bis drei Minuten.
  • Stelle dir einen Timer oder Küchenwecker auf fünf Minuten ein.
  • Dann fängst du zu schreiben an. Lass dich leiten von deinen Fingern. Schreib darauf los und notiere alles, was deine Hände schreiben wollen. Versuche nicht abzusetzen. Schreibe einfach immer weiter, bis die fünf Minuten um sind.

 Na, bist du erstaunt, was du hervorgebracht hast?

 

Schreibtipp 5: Liebe oder hasse das Wort

 

Dieser Tipp funktioniert am besten mit Namenwörtern, wie Schlucht, Tauchstation, Himmelskörper:

  • Wähle dir aus, ob du das Wort lieben oder hassen willst.
  • Versetze dich in diese Stimmung und schreibe das Wort an. Was würdest du ihm alles sagen, wenn du es lieben würdest? Oder wenn du es verachten würdest? Welche Worte sprudelten dann aus dir heraus?

Nun hast du einige Anregungen von mir erhalten – und ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren! Teile deine Schöpfungen mit uns in den Kommentaren zum jeweiligen Schreibgarten-Wort!

 

Beitragsbild: © alphaspirit, www.shutterstock.com  Hintergrundbild: © Life Morning, www.shutterstock.com

 

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